Middenbeemster

Bei der Einteilung des neu gewonnen Landes sollten fünf Dörfer gebaut werden. Diese sollten um fünf große, von Bäumen umsäumte Plätze herum errichtet werden. Am Ende wurde jedoch nur Midden-Beemster nach diesen Vorgaben errichtet und wurde zum größten Dorf im Beemster. Um den heutigen Marktplatz herum, wo einst der Viehmarkt stattfand und der heute Teil der denkmalgeschützten Dorfansicht ist, wurden eine Kirche, das Herrenhaus und eine Schule, die jedoch heute nicht mehr existiert, erbaut.

Die Kirche wurde nach einem Entwurf des Amsterdamer Stadtarchitekten Hendrick de Keyser gebaut und verfügt über eine einzigartige so genannte 'Stovenkamer' mit Fliesen. Hierbei handelt es sich um einen angebauten Raum, in dem Gefäße mit heißen Kohlen gefüllt wurden (sog. 'Stoven'), an denen sich die Kirchenbesucher die Füße wärmen konnten. Die Turmkrone mit vier kleinen Ausbauten wurde 1661 nach einem Entwurf von Pieter Post errichtet.

Am Rijperweg liegt Het Heerenhuis (Das Herrenhaus), wo sich seit jeher ein Gasthof mit Gästezimmern befand. Zudem diente es bis zur Fertigstellung des Gemeindehauses im Jahre 1993 auch als Tagungsort für die Gemeindeverwaltung. Heute befinden sich in dem Haus eine Brasserie und ein Laden.

Am Middenweg 178 befindet sich das Pfarrhaus, in dem die Pfarrersfrau Betje Wolff im 18. Jahrhundert ihre Romane und Briefe geschrieben hat. Heute ist das Haus ein Museum und trägt ihren Namen.  An der gleichen Straße, bei der Hausnummer 185, befindet sich im vorderen Teil des Hauses Westerhem das Informationszentrum Beemster. Im hinteren Teil des Hauses befindet sich das Agrarmuseum Westerhem.

Neben dem Museum steht eine Sumpfgasinstallation – eine Installation, die in dieser Gegend nicht sehr tief unter dem Boden vorkommende, durch Fermentierung entstehendes Erdgas an die Oberfläche befördert. Wouter Sluis, ein Erfinder und Bauer aus dem Beemster, fand im 19. Jahrhundert heraus, dass man mit diesem Methangas kochen, heizen und Licht entzünden konnte. Von der Gasinstallation führt eine Leitung zum Museum, und über sie wird ein Teil des Gebäudes beleuchtet.

Machen Sie einen schönen Spaziergang und verwöhnen Sie sich mit einem guten Essen in einer der vielen netten Gaststätten.